Nachdem ich mich beruhigt und (logischerweise) zugesagt hatte, ging
das grosse Organisieren los. Wer kauft was, wo schlafen wir, welchen
Flug nehmen wir, etc... Alles in allem hat uns die Reise über
fünf Tage mit allem Drum und Drann 800.- CHF gekostet. Michael
hat uns die Flugtickets reserviert und ich habe mich um das Hotel
gekümmert, welches sich mit 76€ pro Nacht als ziemlich teuer
herausstellte. Dazu komme ich aber später.
Die Gefährten:
Michael Mettler
ein lustiger Mensch und dazu der unordentlichste Langschläfer,
mit welchem ich je ein Zimmer geteilt habe.
François el fuego
genoss die Zeit mit Schmerzen im Knie nach dem zweitem Tag. Ghettocamper
Nummer eins.
Mounky el loco
hatte stets den Drang, jedes Objekt, welches sich mehr als zwei Meter
über den Boden erstreckte, zu besteigen. Ausserdem verstand ihn
fast niemand, wenn er sprach... Lustiger Typ! Ghettocamper Nummer
zwei.
Carlo “Kater”
Viscione
der wohl ängstlichste Fluggast, den Iberia Airlines je gesehen
haben. Ausserdem der, der die Karten lesen konnte und mit einem Wortschatz
von ungefähr 20 Worten Spanisch über das grösste Vokabular
verfügte.
Nachdem wir uns alle in Genf
am Flughafen getroffen haben, mussten wir zuerst unsere Fahrräder
flugtauglich machen, was sich als einfacher als zuerst gedacht, herausstellte.
Michael und ich hatten Fahrradtaschen, in welche wir Karton legten,
damit unsere Bewegungsinstrumente keinen Schaden nahmen. Fuego und
Mounky dagegen gingen das Ganze sehr professionell an und besorgten
sich riesige Kartons, in welche sie ihre Bikes mehr oder weniger komplett
legten. Nach dem Verlegen von etwa 200m Klebestreifen fühlten
wir uns dem Check-In gewachsen und suchten den Schalter auf. Als die
Frau am Schalter unsere Gepäckswagen erblickte, wollte sie am
liebsten schreiend weglaufen. Vier 20-jährige, unrasierte, überdrehte
und völlig ahnlose BMX-Fahrer mit vier völlig unförmigen
Fahrradverpackungen sind anscheinend zuviel des Guten.
Doch die gute Frau bewies noch sogar die Ruhe, als wir dann noch insgesamt
20Kg Übergewicht hatten. Sie liess und die Fahrräder am
Schalter für “spezielles Transportgut” einchecken
und wir “checkten” ein. Michael traute den spanischen
Zigaretten nicht und genoss den Dutyfree-Shop den er mit zwei Stangen
Parisienne “mild” verliess. Zu Rauchen hatten wir wenigstens
was bewährtes.
Wir mussten nach dem Zoll, den
wir ungehindert passierten, nicht lange warten, bis wir ins ziemlich
gut besetzte Flugzeug einsteigen konnten. Es erwartete uns die kühle,
alle drei Minuten erneuerte Flugkabinenluft, angereichert vom Parfum
der wohl schönsten Stewardess, welche wir je gesehen hatten.
Der Start verlief planmässig, mir wurde wie befürchtet hundselend
und konnte nur mit grösster Anstrengung der Kotztüte wiederstehen.
Wir flogen von Genf richtung Marseille/Frankreich, später entlang
der Costa Brava um schlussendlich die Küste von Spanien, etwa
100Km von Barcelona zu erreichen. Schnell durch den Zoll und zu den
Förderbändern, die unser Gepäck lieferte. Wir mussten
nicht einmal lange warten und schon kamen uns unsere Rucksäcke
samt Fahrrädern entgegen. Wir suchten uns vor dem Flughafen auf
einem Rasenstreifen ein ruhiges Plätzchen, um die Fahrräder
auszupacken.
Ich nutzte die Zeit, um Postkarten und einen Stadtplan von Barcelona
zu kaufen. Dann stellte sich uns die Frage, wie wir zu dem 120Km weit
entfernten Hotel Ibis Meridiana kommen... Nun, wir wollten zuerst
kein Taxi nehmen, da dies teurer als der Zug oder ein Bus wäre.
Doch als wir nach einer halben Stunde trotz ungenauer Wegbeschreibung
den Bahnhof immer noch nicht gefunden hatten, entschlossen wir uns,
ein Taxi zu nehmen. Wir fanden bald jemanden, der uns vier mit Fahrrädern
mitnehmen wollte. Für 60€. Lasst euch diese Zahl auf der
Zunge zergehen... Sechzig Euro. Das sind 90 Schweizer Franken! Wir
wussten uns nicht anders zu helfen und nahmen das Angebot mehr oder
weniger dankend an. Auf dem Weg zum Hotel sprach der Typ ununterbrochen
in italienisch über die Sehenswürdigkeiten und das Leben
in Barcelona. Nach einer Stunde Fahrt in den Gassen von Barcelona
erblickten wir einen grossen, modernen Neubaukomplex, mit Bling-Bling
Buntlichtern, Wasserspiel und Discos, Bars, Kinos und Schnellimbissbuden.
Ein richtiges Paradies für den zeitgemässen Touristen.
Ich teilte mein Zimmer mit Michael (Doppelbett) und Fuego und Mounky
ein anderes, jedoch nur für eine Nacht, da es für sie einfach
zuviel kostete (was ihnen eine Ghettocamp-Nacht einhandelte). Als
wir uns im Zimmer ein wenig eingerichtet haben, beschlossen wir, die
nähere Umgebung zu kundschaften.

Das Hotel lag nordöstlich
vom Zentrum von Barcelona und lag im Stadtteil “Nou Barris”.
Schon nur 50m von unserem Hotel befanden sich Ledges aus sehr glattem
und hartem Stein, welche wir sofort in Angriff nahmen. Als wir dann
weiterfuhren, trauten wir unseren Augen nicht: Nou Barris ist ziemlich
neu und die Architekten mussten auf irgendwelchen Drogen gewesen sein,
denn das Quartier ist voller Banks mit Wallrides und Subrails/-boxes!
An jeder Ecke trafen wir auf kleine, mittlere und teilweise riesige
Banks und Hips, welche sich perfekt fürs Fahren eigneten.
Ungefähr um Mitternacht gingen
wir zurück ins Hotel um etwas zu essen und danach dem Kopfkissen
zu horchen. Michael hatte einen aufblasbaren Baseballschläger,
den er sofort nach dem Aufblasen an François austestete... ausgiebig.
Nach und nach gesellten sich noch Salamischeiben, die einfach ungeniessbar
waren, als Waffenupdate zum Baseballschläger. Ich konnte nicht
recht erkennen, wer der Gewinner von dieser Schlacht war, denn mittlerweilen
war es etwa halb Zwei Uhr morgens und der Zimmernachbar schlug mit seinem
vehementen Hämmern unsere Wand ein.
Irgendwann kehrte dann doch die
langersehnte Ruhe ein und wir schliefen bis um etwa zwölf Uhr mittags
und beschlossen, die Sagrera Familia zu besuchen, um von dort aus dann
unsere erste ausgedehnte Spotsuche zu starten.
Die Sagrera Familia ist eine sehr alte
und äusserst schöne Kathedrale. Der Erbauer starb leider mitten
in den Aufbauarbeiten und so wurde von ihm nur eine Front fertiggestellt.
Die andere Seite wurde erst später weitergebaut. Leider standen
sehr viele Touristen vor der Kasse und somit entschieden wir, richtung
Meer zu fahren.Links die alte Seite der Sagrera und rechts Michael,
der sich gleich nach dem Foto von einer Taube auf die Schulter... Ihr
wisst schon. Enculé!
Der erste Spot, den wir fanden,
bestand aus einer Treppe mit beidseitigen Ledges und einem Handrail.
Nicht besonders hoch, aber dennoch ein schöner Spot. Er befindet
sich etwa 200m Richtung Meer von der Sagrera Familia aus gesehen.
Bald wollten alle nur noch ans
Meer und sich ein wenig ausruhen. Wir gingen an den Strand, wo wir einen
Herrn mit einem sehr kutligen Fahrrad antrafen.
Am Strand angekommen, assen wir
zum ersten Mall Tapas. Das ist für die Spanier sowas wie die Rösti.
Sehr schmackhaft und nährend. Eigentlich besteht es aus Eiern und
Kartoffeln, dazu gibts Weissbrot mit Olivenoel und Tomaten. Michael
und François versuchten sich an einer gemeinsamen Paella und
Mounky, der Affe, nahm einen Crevettenteller für fast 20€...
Da wir kleine Kinder sind, hatten wir an den Riesencrevetten unseren
Spass. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass die Tiere bereits
tot waren und somit keine weiteren Schäden genommen haben.
Nach dem guten Essen legten wir uns an den Strand, um der Verdauung
ihre benötigte Zeit zu geben. Das Meer war überraschend kalt
und so verzichteten alle auf den Wellenplausch. Stattdessen genossen
wir die strahlende Sonne und die schönen Frauen.

So manche künstlerische
Ader machte sich bemerkbar, nachdem jemand sein Fahrrad wortwörtlich
in den Sand setzte. Als wir dann Fuegos BMX so tief in den Sand vergraben
hatten, dass man darauf ein paar Tricks machen konnte, verhielten wir
uns wie kleine Kinder (“...ich bin drann!”, “ich will
auch mal...!”).
Michael machte ein paar schöne
No-footed Cancans, Fuego einen Nothen und Mounky einen No-handed no-footed
Cancan.
Ich habe im Fit Barcelona Vacation
Video ein paar Spots gesehen, die ich unbedingt besuchen wollte. So
fuhren wir auf der Suche nach einem Betonpark die östliche Küste
entlang und fanden einen anderen Spot und 20m weiter vorne einen anderen
kleinen Park. Der Spot war eigentlich das Heck von einem grossen Schiff
und war zu etwa einem Viertel im Boden eingelassen. Da die Schiffsschraube
noch etwa zur Hälfte aus dem Boden schaute, getraute sich niemand,
das Ding zu fahren.
Der Betonpark bestand aus einem sehr kleinen und nicht tiefen Pool mit
zwei hochgezogenen Ecken und einer Miniramp mit Spine, Extension und
Bank. Michael und Mounky hatten sichtlich ihren Spass, mal wieder etwas
rundes fahren zu können. Nach etwa zwei Stunden trafen wir beim
Schiffsspot auf “Fernando” und das ist ein Local, der aus
Barcelona kommt und auch im Fit Barcelona Vacation Video zu sehen ist.
Leider waren unsere Spanischkenntnisse sehr beschränkt und somit
waren unsere Gespräche eher visueller Art. Er zeigte uns später
aber enorm viele gute Spots und bewies uns gutes Fahrkönnen. Als
erstes gingen wir zu einem Spot, der sich “les ondas” nennt.
Auch dieser Spot war mir aus dem Video bekannt, sah dort aber viel kleiner
aus. Er bestand aus einer Linie von Wellen die progressif grösser
wurden. Nach der letzten Welle befand sich ein Geländer, welches
ich vergeblich versucht habe, zu überspringen.
Fuego fand diese Wellen auch sehr
toll und sprang von uns allen am höchsten, was ihm bei der letzten
Welle zum Verhängnis wurde. Er stürtzte schwer und zog sich
eine Knieverletzung zu, welche ihn für den Rest unseren Aufenthaltes
auf die Reservebank versetzte. An dieser Stelle gute Besserung! Nach
der Welle wollten alle das Gap (wieder bekannt aus dem Video) sehen,
doch dort angekommen war die Enttäuschung gross. Der gesamte Spot
wurde mit Maschendrahtzaun eingezäunt und somit unfahrbar gemacht.
Selbst Fernando wusste noch nichts davon. Es ist traurig, aber selbst
in einer Stadt wie Barcelona, die einen regelrechten BMX-/Skateboardtourismus
besitzt, wird Opfer von Skatetoppers.
Wir liessen uns nicht beirren und fuhren weiter zum Pl. Espanya, wo
uns eine riesige Hip/Bankkonstruktion erwartete. Alle fuhren wie wild,
Mounky whippte sich fast auf die sehr stark befahrene Strasse, Michael
machte unverschämte Vorderradbremstricks und Fuego... schaute zu.

Wir fuhren etwas weiter
und entdeckten einen haufen lange Curbs, die aus sehr hartem, glattem
schwarzen Stein bestanden und von uns sofort gefahren wurden. Michael
zauberte einen Manual to Feeble to Manuel to 50/50-Grind, nachdem ich
einen Manual to Smithgrind hingelegt habe. Fernando versuchte sich die
ganze Zeit an einem 180-Barspin und nachdem ich einen Manual to Barspin
geworfen habe, beschlossen wir, weiter zu gehen. Irgendwann sind wir
am Pl. Catalunya angekommen, wo es eine grosse Kirche mit Bank und Wallride
gab. Wir waren alle schon ziemlich müde und nur Michael versuchte
sich ein paar mal umzubringen. Fuego und Mounky suchten sich stattdessen
ein Hotel und wurde fündig: 30€ pro Nacht für zwei Personen,
direkt an der “La Rambla”, der Vergnügungsstrasse schlechthin.
Wieso sie aber nicht direkt ein Zimmer nahmen, war mir ein Rätsel,
denn nachdem wir die Metro genommen haben, um in unser (Michael und
ich) Hotel zurück zu gehen, war es zu spät für die Metro.
Fuego und Mounky konnten nicht in unserem Zimmer schlafen und so packten
sie ihre sieben Sachen und gingen nach Nou Barris ghettocampen. Um sechs
Uhr morgens hatten sie einen warmen Hauseingang gefunden, in welchem
sie nächtigten. Am nächsten Morgen waren wir sehr müde
und ausgehungert. Fuego und Mounky sind schon früher los, um ihr
Zimmer zu reservieren und ich hatte eine heftige Auseinandersetzung
mit dem Manager und Direktor des Hotels Iibis Meridiana. Denn mir wurde,
während wir in der Stadt waren, 100€ aus dem Porte-Monnaie,
welches sich im geschlossenen (!) Rucksack befand, gestohlen. Nach drei
Tagen bekam ich dann 76€ zurückerstatten (= eine Nacht gutgeschrieben).
Nun gut, nach dieser Aufregung trafen wir uns mit den anderen zwei am
Strand um einen ruhigen Tag zu verbringen. Wir guckten uns die Frauen
an, Mounky bestieg mal wieder etwas Hohes und blödelten einfach
nur herum.
Fuego und Michael philosophieren
über die wichtigsten Nebensächlichkeiten des Lebens, während
Mounky am Klettern war.
Um etwa vier Uhr nachmittags gingen wir in den südöstlichen
Teil von Barcelona, welches mehr oder weniger die Altstadt war. Dort
war unter anderem das Quartier, in welchem Picasso aufgewachsen ist
– glaube ich jedenfalls. Denn überall gab es Souvenirs von
Picasso zu kaufen und man konnte das Museum von selbigen bewundern.
Wir gingen dann wieder zu der Bank/Hip auf dem Pl. Espanya und trafen
zwei weitere Locals, die uns ins “Ghetto” von Barcelona
führten, wo es eine wunderschöne Ledge gab, die so rutschig
war, dass man fast immer von ihr abrutschte.
Nach einer Weile fuhren wir weiter
Richtung Pl. Catalunya um dort auf einem Platz zu fahren, der eine gerade
Ledge mit einem Gap hatte. Ich war der einzige, der fuhr, die anderen
fanden es nicht so interessant. Gegen ach Uhr waren wir ausgebrannt
und brauchten etwas zu Essen. Wir verabschiedeten uns von den zwei Locals
und gingen in den Pans Schnellimbiss. Pans gibts überall in der
Stadt und er zeichnet sich durch mittelmässige Sandwiches aus,
die man beliebig zusammenstellen kann. Dazu gibts Salate und Getränke.
Total müde gingen wir zurück ins Hotel und dort in die Franky's
Bar um ein paar Cervecas zu geniessen. Mounky spendierte allen einen
Banansplit. Danke! Hundemüde legten sich Michael und ich ins Bett
und die anderen zwei musste die Metro zu ihrem Hotel nehmen.

Am nächsten Tag
haben wir uns bei unserem Hotel mit Fuego und Mounky getroffen, um den
Norden der Stadt zu erkunden. Wir fanden nicht weit von unserem Hotel
diesen kleinen Spot, der eher für Techniker als Grobmotoriker war.
Auch das wurde schnell langweilig
und so zogen wir weiter und fanden einen ausgezeichneten Spot: Banks
mit Subrails! Michael machte ein paar schöne 50/50ies to fakie
und ich hatte nicht genügend Mumm, um das Handrail, welches sich
rechts bei einer Treppe erstreckte, in Angriff zu nehmen. Enculé!
Mounky besorgte sich was zu Essen und Fuego vergnügte sich, die
Tauben mit Mounkys Essen zu füttern. Bis wir auf die Idee kamen,
Tauben zu fangen. Und das geht so: Lasst ein paar Brotkrumen auf den
Boden fallen, bis sich ein paar Tauben zwischen euren Füssen zum
Essen einfinden. Wenn sie essen, sind Tauben alles andere als vorsichtig
und ihr könnt sie, wenn ihr schnell genug seid, einfach mit beiden
händen sanft packen.
Wir fuhren eine Zeit lang weiter
und trafen auf eine sehr lange, aber nicht hohe Ledge, die nur ich fahren
konnte, da die anderen auf der falschen Seite grinden. Es war ein Doubleset
mit einem kurzen Kink am Ende und rutschte trotz dem rauhen Beton erstaunlich
gut.
Wir zogen immer weiter Richtung
Norden und trafen auf eine Skulptur, die für vulgäre Scherze
einfach geschaffen war. So liess ich es mir nicht nehmen, mich in ordniärer
Pose abzulichten.
In der Nähe dieser Skulptur befindet sich eine grosse Turnhalle
und vor dieser ein paar Curbs, die wir für eine halbe Stunde fuhren.
Nach einem Hin-und-Her-wo-gehts-lang fanden wir schliesslich ein Spital
am Fusse eines Berges und trafen keine Spots mehr an. Wir beschlossen
daher, wieder in unsere Hotels zu gehen. Es war noch früh und wir
wollten unbedingt noch die “La Rambla” besuchen. So nahmen
Michael und ich eine Dusche, assen etwas und trafen uns mit Fuego und
Mounky bei ihrem Hotel.
Die Rambla ist eine lange Touristenstrasse mit vielen Bars und Cafès,
Restaurants, Kios, illegalen Bierverkäufern und Artisten. Es gab
manche, die mit Spraydosen schöne Bilder malten, oder ein Mann,
der sich ziemlich gruftig verkleidete, in eine Truhe setzte und sich
nicht rührte. Wirklich, der Typ hat nicht mal mit den Augen geblinzelt
und zuerst dachten wir, er wäre tot. War er aber nicht, wie sich
später herausstellte. Wir strandeten in einer Cerveceria wo wir
Bier und Calamares bestellten. Fuego traf auf ein paar dubiose Marokkaner,
mit welchen er noch dubiosere Geschäfte abschloss... Ich hab nichts
gesehen. Wir gingen dann noch ein wenig an den Strand um den Abend zu
genissen. Im Hotel angekommen verspührte Michael den Drang, mit
dem BMX auf dem Bett zu fahren. Was dem Herrn von nebenan wieder nicht
so gefiel...

Der letzte Tag war angebrochen
und wir wollten unbedingt noch das Maximum an Fahrspass herausholen.
Wir gingen wieder an den Strand, da wir am vortag einen Spot gesehen
haben, der aus einer Linie von Hügeln (Titten) bestand.
Wir gingen dann wieder ins Zentrum
und von dort aus in die Altstadt, wo wir irgendwann am “Arc de
Triomf” ankamen. Ich dachte, der wäre in Frankreich? Egal,
das Ding war imposant und hatte Spottechnisch nichts zu bieten. Also
weiter.
Das nächste, war wir sahen, war der Parc de Guell. Selbiger war
ein bekannter Künstler und experimentierte viel mit Farben. Er
erinnerte mich ein wenig an F. Hundertwasser. Sehr schön! Mounky
konnte nicht wiederstehen und bestieg den riesigen Kunsthügel aus
Platten und Farbe sofort. Oben angekommen bekam er es aber mit der Angst
zu tun, denn er war sehr schnell wieder unten.
Der zweitletzte Spot war etwas
wie ein Curb. Naja, im entferntesten Sinn, denn es war eher ein Kunstobjekt.
Oder sowas in der Richtung. Wir fuhren das Ding ziemlich lange, weil
es nicht einfach zu fahren war. Michael und ich scheiterten an einem
Manual bis zur Spitze und gaben auf, um dem Meer einen letzten Besuch
zu statten.

Am Meer war es friedlich,
alle hatten etwas zu Trinken, wir schauten dem Wellengang zu, rätselten
ob nun Ebbe oder Flut war und schauten der nackten, jungen Frau zu,
die mitten in der Nacht baden ging. Halt. Stopp. Nackt?! Ja, genau.
Leider waren wir zu feige, es ihr gleich zu tun und sowieso... Es war
kalt!
Wir nahmen die letzte Metro um
in unser Hotel zurück zu kehren und stellten unsere Wecker auf
06:00h morgens, die uns auch genau dann weckten. Wir waren viel zu aufgeregt
und konnten nur etwa eine Stunde schlafen und waren überhaupt nicht
wach, als wir ins Taxi stiegen und zum Flughafen fuhren. Dort angekommen
mussten wir die Fahrräder wieder flugtauglich verpacken und dann
das Traritrara um einzuchecken.
Wir fanden glücklicherweise für Fuego noch eine intakte Fahrradtransportschachtel,
denn seine war dermassen zerrissen... Da wäre alles herausgeflogen.
Der Flug hatte schlussendlich über
eine Stunde verspätung und wir flogen vom sonnigen, warmen Barcelona
in die regnerische, kalte Schweiz zurück. 55min Flug und wir landeten
ohne Probleme in Genf, wo wir uns alle verabschiedeten und ich den Zug
für nach Bern nahm.
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